Glaube ohne Werke oder Glaube mit Werke?

Ein Freund gab mir vor längerer Zeit ein kleines Büchlein - "Was nicht nur Katholiken wissen wollen" - von James G. McCarthy, einem Evangelikalen, mit der Bitte, es zu prüfen. Wenn es Irrlehren enthalte, sollte ich es entsorgen. Ich sagte ihm, dass jede protestantische Schrift Irrtümer und Irrlehren enthalte; ich nahm das Büchlein aber trotzdem entgegen, um die darin vorkommenden Irrlehren aufzugreifen und sie biblisch zu widerlegen.

Wie nicht anders zu erwarten, faselt der Autor des Büchleins etwas von der angeblich biblischen Lehre „allein aus Glauben“, um dann zu irrlehren, die Werke (des Glaubens) würden niemanden retten, sie seien nichtig und überflüssig, sie seien bloße Rituale – die Sonntagspflicht, die Teilnahme an der Heiligen Messe, die Inanspruchnahme der Sakramente, Heilige Kommunion, Gutestun bzw. die Gebote Gottes leben/halten, Rosenkranzgebet etc. Dies alles würde keinen Menschen retten. Um diese Irrlehre besser zu postulieren, greift der Autor zu einer Lüge, indem er behauptet, die Katholiken hätten keinen Glauben und praktizierten nur die genannten Werke – ohne Glauben. Und so habe „diese arme Frau“, die die Sonntagspflicht wahrnimmt, die Heilige Messe besucht, die Sakramente in Anspruch nimmt, betet und Gottes Gebote hält, (ohne Glauben) „keine Chance“, gerettet zu werden. Sie würde verdammt werden.

Es ist schon recht dreist, einer gläubigen Katholikin willkürlich den Glauben abzusprechen, sie als Ungläubige hinzustellen und so zu tun, als ob ihre Werke nicht aus Glauben kämen. Der Evangelikale zielt mit dieser Lüge darauf ab, die katholische Kirche und den Katholizismus in ein falsches Licht zu stellen, um sie auf diese betrügerische Weise besser zu bekämpfen. Dabei tut kein gläubiger Katholik etwas anderes, als das, was auch über die ersten Christen unter den Aposteln bezeugt wird:

„Sie verharrten in der Lehre der Apostel, in der Gemerinschaft, im Brotbrechen (Heilige Messe) und in den Gebeten … Alle, die zum Glauben fanden, hielten zusammen und hatten alles gemeinsam, sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, je nachdem einer bedürftig war (Gutestun). Beharrlich kamen sie Tag für Tag einmütig im Tempel zusammen (um dort zu beten), brachen zu Hause das Brot (Heilige Messe) und nahmen die Speise in Freud und Lauterkeit des Herzens (Heilige Kommunion), sie lobten Gott und standen im Ansehen beim ganzen Volk.“ (Apg. 2,42-47)

Die gläubigen Katholiken verharren in der apostolischen Lehre, in der Gemeinschaft, in der Teilnahme an der Heiligen Messe (Brotbrechen), im Empfang der Heiligen Kommunion, in den Gebeten und im Lobpreis Gottes, und sie gehen, wenn es ihnen möglich ist, täglich in die Kirche, wie die ersten Christen in den Tempel. Aber das, was die ersten Christen im christlichen Glauben und aus dem Glauben heraus getan haben, seien bloße Rituale, ohne Wert, so die Evangelikalen. Schlimmer geht es nicht, als das, was die Heilige Schrift, Gottes Schriftwort, als gut und richtig bezeichnet, als schlecht und falsch hinzustellen, weil das ihrer Sola-Fide-Irrlehre widerspricht, die im Neuen Testament nirgends zu finden ist, sondern vielmehr dem Wahn Luthers entsprungen ist, der es in seinem Hochmut und in seiner Bosheit nicht scheute, in das heilige Wort Gottes sein „sola“ hineinzufügen:

„Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch allein aus Glauben gerecht werde“ (Röm. 3,28)

In Wahrheit aber steht da:

„Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch aus Glauben gerecht werde“ (Röm. 3,28)

Und nicht „allein aus Glauben“:

„Ihr seht also, dass der Mensch durch Werke gerecht wird und nicht durch Glauben allein.“ (Jak. 2,24)

Aus Glaube und Werke also, und nicht aus Glauben allein, und nicht aus Werken allein. Zuerst ist der Glaube da, und aus ihm gehen die Werke hervor, die Werke des Glaubens:

„Sie verharrten in der Lehre der Apostel, in der Gemerinschaft, im Brotbrechen (Heilige Messe) und in den Gebeten … Alle, die zum Glauben fanden, hielten zusammen und hatten alles gemeinsam, sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, je nachdem einer bedürftig war (Gutestun). Beharrlich kamen sie Tag für Tag einmütig im Tempel zusammen (um dort zu beten), brachen zu Hause das Brot (Heilige Messe) und nahmen die Speise in Freud und Lauterkeit des Herzens (Heilige Kommunion), sie lobten Gott und standen im Ansehen beim ganzen Volk.“ (Apg. 2,42-47)

Hören Sie also nicht auf die evangelikalen Irrlehrer und ihre Irrlehren, sondern auf die Bibel; glauben sie und tun sie (weiterhin) die Werke des Glaubens: Nehmen Sie die Sakramente in Anspruch, erfüllen Sie die Kirchengebote, verharren sie in der kirchlichen Lehre, die apostolisch ist, in der Gemeinschaft, in der Teilnahme an der Heiligen Messe (Brotbrechen), im Empfang der Heiligen Kommunion, im Gutestun, im Gebet und Lobpreis und im Kirchgang ... Denn Sie werden nicht aus Glauben allein gerecht, wie die Evangelikalen irrlehren, sondern durch Glaube und Werke, wie die Bibel lehrt.

Die Evangelikalen leben „aus Glauben allein“ – ohne Werke, doch der Glaube ohne Werke ist tot (Jak. 2,26), und andere Menschen leben „aus Werken allein“ – ohne Glauben. Das bringt beide Menschengruppen in die Hölle! Die gläubigen Katholiken hingegen leben aus Glaube und Werke. Sie kommen in den Himmel. Denn der Glaube hat zur Folge, dass man in der apostolisch überlieferten Lehre bleibt, dass man die Sakramente empfängt, dass man sich heiligt, dass man die Kirchengebote erfüllt, dass man in der Gemeinschaft der Gläubigen verharrt, dass man an der Heiligen Messe teilnimmt, dass man die Heilige Kommunion empfängt, dass man betet und Gutes tut.  Alles andere ist vom Teufel zum Verderben der Seelen!

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Nachtrag I

Im oben erwähnten evangelikalen Büchlein heißt es, dass die Taufe, die Firmung, die Beichte, die Heilige Messe, die heilige Kommunion und Gottes Gebote halten Rituale seien, die uns nicht retten würden, da nur der Glaube allein retten würde.

Dass das Genannte keine Rituale bzw. tote Werke sind und die Lehre „allein aus Glauben“ falsch ist, habe ich oben bereits aufgezeigt. Hier zeige ich nun auf, dass das Genannte - Taufe, Firmung, Beichte, Heiliges Messopfer, Heilige Kommunion und Gottes Gebote halten - heilsnotwendig ist:

Taufe

Ohne die Taufe keine Rettung:

„Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet …“ (Mk. 16,16)

„Das Abbild, die Taufe, rettet jetzt auch euch …“ (1 Petr. 3,21)

Firmung

Durch die Firmung empfangen wir den Heiligen Geist:

„Als die Apostel, die in Jerusalem waren, hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese zogen hinab und beteten für sie, damit sie den Heiligen Geist empfingen … Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.“ (Apg. 8,14-17)

Beichte

Ohne Beichtsakrament kein Sündennachlass:

„Nochmals sprach Jesus zu ihnen (den Aposteln): ‚Friede sei euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich auch euch.‘ Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach zu ihnen: ‚Empfangt den Heiligen Geist! Deren Sünden ihr nachlasst, denen sind sie nachgelassen; deren Sünden ihr behaltet, denen sind sie behalten.“ (Joh. 20,21-23)

Heiliges Messopfer

Das Heilige Messopfer hat Jesus Christus beim letzten Abendmahl eingesetzt:

„Und er nahm Brot, sprach das Dankgebet, brach es und gab es ihnen mit den Worten: ‚Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!‘ Ebenso nahm er nach dem Mahle den Kelch und sprach: ‚Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute, das für euch vergossen wird.“ (Lk. 22,19-20)

Das Heilige Messopfer ist diesen Worten zufolge die Vergegenwärtigung des Opfers von Golgotha, das dargebracht wurde, „um die Sünden vieler hinwegzunehmen“ (Hebr. 9,28) Deshalb ist die Teilnahme am Heiligen Messopfer heilsnotwendig. Deshalb schreibt der Verfasser des Hebräerbriefes:

„Wir haben einen Opferaltar, von dem zu essen die kein Anrecht haben, die dem Stiftszelt Gottesdienst darbringen.“ (Hebr. 13,10)

Und ruft uns daher auf:

„So sollten wir nun zu Ihm hinausgehen außerhalb des Lagers (zum Heiligen Messopfer) und seine Schmach tragen.“ (Hebr. 13,13)

Heilige Kommunion

Ohne die Heilige Kommunion kein ewiges Leben:

„Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr nicht Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.“ (Joh. 6,53-54)

Gottes Gebote halten

Wer die Gebote Gottes nicht hält, der hat Christus nicht erkannt und ist nicht in IHM, dem WEG, der WAHRHEIT und dem LEBEN:

„Daran erkennen wir, dass wir IHN erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt, er habe IHN erkannt, und seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner, und in ihm ist nicht die Wahrheit. Wer aber sein Wort wahrt, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollendet. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.“ (1 Joh. 2,3-5)

Die Protestanten halten die Gebote Gottes nicht, gehen nicht zum Opfer von Golgotha, zum Heiligen Messopfer, essen das Fleisch und trinken das Blut Christi nicht und gehen nicht zum Beichtsakrament, d.h. ihnen wird das Opfer von Golgotha nicht zuteil, sie sind nicht in Christus und haben IHN nicht erkannt, haben das ewige Leben nicht in sich und ihre Sünden werden ihnen nicht nachgelassen. Sie sind dem ewigen Tode verfallen, weil sie auf ihre eigenen Irrlehrer hören, die ihnen sagen, dass Taufe, Firmung, Beichte, Heilige Messe, Heilige Kommunion und Gottes Gebote halten bloße Rituale wären, Rituale, die zum Heile nichts beitrügen.

Es wäre ratsam für sie, ihre Irrlehrer zu verlassen und auf die Heilige Schrift zu hören: nicht der Glaube allein macht gerecht bzw. rettet, sondern auch die Taufe, das Heilige Messopfer, die Heilige Kommunion, das Beichtsakrament und Gottes Gebote halten. Wann werden sie endlich katholisch und somit gerettet?

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