Der "Von-Haus-zu-Haus-Predigtdienst" der Zeugen Jehovas

Die Zeugen Jehovas  prahlen damit, dass sie die einzigen wären, die nach den Maßstäben der Bibel  weltweit das Evangelium predigen würden. Dies sei ein  wesentlicher Indikator dafür, dass die Zeugen Jehovas die von Gott erwählte Gruppe sei, in der man das Heil fände. Sie schreiben:

Jesus gab seinen Nachfolgern den Auftrag: „Macht Jünger aus Menschen aller Nationen“(Matthäus  28:19,20). Als Jesus seine Jünger aussandte, wies er sie an, die Menschen bei sich zu Hause aufzusuchen (Matthäus 10:7, 11-13). Nach Jesu Tod gaben die Urchristen ihre Botschaft „in aller Öffentlichkeit und von Haus zu Haus“ weiter (Apostelgeschichte 5:42; 20:20, sigge; vgl. Neue genfer Übersetzung Fn.). Wir folgen diesem urchristlichen Modell, denn nach unserer Erfahrung hat es sich hervorragend bewährt, um Menschen zu erreichen."

Ist das wirklich so? Wies Christus seine Jünger tatsächlich an, "die Menschen bei sich zu Hause aufzusuchen"? Haben die Urchristen tatsächlich "von Haus zu Haus" gepredig? Folgen die Zeugen Jehovas wirklich dem "urchristlichen Modell"? Schauen wir in die Bibel:


Hat Jesus Christus von Haus zu Haus gepredigt?

In den vier Evangelien steht an keiner einzigen Stelle, dass Jesus Christus in den Orten, in denen er war, von Haus zu Haus oder von Tür zu Tür gegangen wäre, um zu predigen. Vielmehr lesen wir:

"So zog Jesus in allen Städten und Dörfen umher, lehrte in ihren Synagogen, predigte das Evangelium vom Königreich und heilte jede Krankheit und jede Gebrechlichkeit." (Mt. 9,35)

Davon, dass der Herr in den Städten und Dörfern von Haus zu Haus und von Tür zu Tür gegangen wäre, um zu predigen, steht weder hier etwas noch an irgendeiner anderen Stelle der Evangelien. Die Evangelien berichten nur von dessen Besuchen in Einzelhäusern, in Häusern bei Menschen, die er gekannt hat oder soeben kennengelernt hat, z.B. im Haus des Petrus, bei seinem Freund Lazarus, bei Matthäus dem Zöllner, den  er soeben zum Apostel berufen hatte, bei seinem Freund Nikodemus etc. Dass  Jesus Christus von Haus zu Haus gepredigt hätte, haben die Zeugen Jehovas erfunden.


Hat Jesus die Zwölf von Haus zu Haus zu gehen beauftragt?

Jesus erteilte seinen 12 Aposteln vor seinem Tode einen lokal und zeitlich begrenzten Missionsauftrag. Von diesem berichten Mt. 10,1-14, Mk. 6,7-13 und Lk. 9,1-6. Auf Mt. 10,7.11-13 verweisen die Zeugen Jehovas in ihrem anfangs zitierten Text. In keinem dieser Berichte gibt Jesus ihnen den Auftrag, von Haus zu Haus zu gehen, um dort zu predigen. Er sagt zu ihnen nicht: "In welche Stadt oder welches Dorf ihr auch kommt, so geht  von Haus zu Haus und grüßt es ...", sondern: "In welche Stadt und welches Dorf ihr auch kommt, so ergründet, wer darin würdig  ist, und bleibt dort, bis ihr weiterzieht. Tretet ihr aber in das Haus ein, so sagt ihm den Gruß! ..." (Mt. 10,11-13) Die 12 Missionare sollten also  nicht auf blind und geratewohl in einem Ort von Haus zu Haus gehen, wie das die Zeugen Jehovas tun, sondern vorher erforschen  bzw. ergründen, in welches Haus sie gehen können. Dass die 12  Missionare in den Orten von Haus zu Haus gehen sollten, ist von den Zeugen Jehovas erfunden und den Worten Jesu und der Bibel hinzugefügt worden.


Hat Jesus die Siebzig von Haus zu Haus zu gehen beauftragt?

Über die Aussendung der Siebzig durch den Herrn  berichtet nur Lukas, und zwar in Kapitel 10,1-12. Gemäß diesem Bericht  trug ihnen Jesus auf, das Gegenteil von dem zu tun,  was die Zeugen Jehovas gemäß ihrer eigenen Lehre tun:

"In  welches Haus ihr auch einkehrt, da sagt  zuerst: 'Friede sei diesem Haus!' Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, wird euer Friede auf ihm ruhen; andernfalls aber wird er auf euch zurückkehren. Bleibt in demselben Haus, esst und trinkt, was es bei ihnen gibt; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht von einem Haus in ein anderes Haus weiter!" (Lk. 10,5-7)

Da nun diese Worte des Herrn der Haus-zu-Haus-Lehre der Zeugen Jehovas widerspricht, haben sie seine Worte wie folgt verfälscht:

"Zieht nicht von einem Haus in ein anderes um."

Dem griechischen Text nach spricht der Herr hier nicht von ständigen Umzügen der ausgesandten Jünger von einem Haus in ein anderes, sondern von "metabaino" = "nachschreiten", "übergehen", "weitergehen": "Geht nicht von einem Haus in ein anderes Haus weiter." Dass die Zeugen Jehovas es wagen, die Worte des Herrn und die Bibel zu fälschen, zeugt natürlich gegen sie. Was sollen das bitteschön für Christen sein, wenn sie es wagen, ganz bewusst Gottes Wort zu fälschen, mit dem Ziel ihr eigenes Wort als Gotteswort zu propagieren?


Hat Jesus den "Von-Haus-zu-Haus-Predigtdienst" in seinem Weltmissionsauftrag geboten?

Nachdem der Herr auferstanden war, hat er seinen Aposteln aufgetragen:

"Geht darum hin und macht alle Nationen zu Jüngern, indem ihr sie ... tauft und sie lehrt, alles zu halten,  was ich euch aufgetragen habe ..." (Mt. 28,19f.)

"Geht hin in alle Welt und verkündet das Evangelium allen (menschlichen) Geschöpfen!" (Mk. 16,15)

Auch  hier kein Auftrag für einen Haus-zu-Haus-Predigtdienst!

Weil Christus seinen Aposteln nie aufgetragen hat, von Haus zu Haus zu gehen, um zu predigen, so sehen wir weder in der Apostelgeschichte noch in irgendeinem der folgenden neutestamentlichen Bücher irgendjemanden von Haus zu Haus zu gehen. In Apg. 20,20  heißt es nur:

"mit nichts, was förderlich ist, habe ich  (Paulus) zurückgehalten, sondern es euch kundgetan und euch öffentlich und in den Häusern gelehrt"

Davon, dass der Apostel von Haus zu Haus gegangen wäre, um zu predigen, steht hier nichts. Paulus agierte so, wie es Christus selbst getan hat und wie Er es den Zwölfen und den Siebzig aufgetragen hat. Er ist aber nicht von Haus zu Haus gegangen, sondern ging nur in die Häusern derer, die er kannte oder die er soeben kennengelernt hat, z.B.:

"Auch eine Frau namens Lydia hörte zu (wie Paulus öffentlich predigte) ... ihr tat der Herr das Herz auf, auf die von Paulus gesprochenen Worte zu achten. Als nun sie und ihr Haus getauft waren, sprach sie zu uns und sagte: 'wenn ich nach eurer Beurteilung an den Herrn gläubig geworden bin, so kommt in mein Haus und bleibt dort!" (Apg. 16,14f.)

Und sie taten es.

Da das Wort Gottes in Apg. 20,20 nicht zur Haus-zu-Haus-Lehre der Zeugen Jehovas passt und weil sich diese Lehre in der Bibel nicht findet, haben sie Apg. 20,20 wie folgt gefälscht:

"wobei ich mich nicht davon zurückhielt,  euch alles, was nützlich war, kundzutun und euch öffentlich und von Haus zu Haus zu lehren."

Von "Haus zu Haus" steht im Bibeltext aber nichts, sondern von "kai kat oikous" = "und gemäß/in den Häusern".

Fazit

Einen Haus-zu-Haus-Predigtdienst finden wir in der Bibel an keiner einzigen Stelle; er wird sogar vom Herrn in Lk. 10,7 untersagt. Die Zeugen Jehovas setzen sich darüber hinweg und praktizieren ihn trotzdem.

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